Die Römer waren wohl die ersten die Hunde (und andere Haustiere) systematisch züchteten. Auch im Alltagsleben spielte der Hund, zumindestens bei denen die was auf sich hielten und es sich leisten konnten, eine große Rolle. Einen Hund zu "Besitzen" war ebenso schick wie einen Sklaven. Beliebt waren vor allem große und kräftige Hunde, die als Wächter für Hof und Gut eingesetzt wurden.
Die Hunde in Rom
Die Zahl dieser Wachhunde nahm in der Stadt Rom dermaßen stark zu, daß man sich genötigt sah eine Verordnung zu erlassen, die jeden Hundehalter verpflichtete ein Warnschild im Eingangsbereich des Hauses anzubringen. Einen solch angeketteten Hund fand man bei Ausgrabungen in der Stadt Pompeji, die 79 n.Chr. mit dem großen Ausbruch des Vesuvs verschüttet wurde. Neben den traditionellen Verwendungen der Hunde setzten die Römer große Hunde auch verstärkt bei Tierkämpfen in Arenen ein. Insperiert durch die Hinrichtungsmethoden in Mesopothamien (dort wurden zum Tode verurteilte oft wilden Tieren vorgeworfen) blähten die Römer diese Variante zu bis dahin unbekannter Größe auf. Die "Verluste" an Tieren in den Arenen der Römer dürften beträchtlich gewesen sein. Schon zu Zeiten Neros (38-9 v.Chr.) waren die exotischen Tierbestände in der freien Wildbahn derart dezimiert das man auf heimische Bären umsteigen musste. Die gezielte Hundezucht begründet sich zum größten Teil auf die Verwendung von großen Hunden in den Arenen, da der Bedarf an "Material" nicht mehr auf natürlichem Wege oder durch Importe gedeckt werden konnte (siehe » Molossis ). Nach dem Zerfall des Römischen Reiches endete auch diese Form der Zucht. Jagdhunde und andere Rassen wurden in Rom in wesentlich kleinerer Anzahl gezüchtet. In ihrer Erscheinungsform dürften sich die Hunde kaum von den uns heute bekannten Rassen unterschieden haben, schon Ovid (43 v.Chr.-18 n.Chr.) hat viele Schläge beschrieben. Eine direkte Abstammung heutiger Rassen von diesen ist jedoch unwahrscheinlich.
Hunde in der Mythologie
Cerberus
Rhea Silvia war von ihrem Onkel Amulius Silvius gezwungen worden, Dienerin der Göttin Vesta zu werden. Auf diese Weise wollte Amulius, der Rheas Vater Numitor Silvius vom Thron gestürzt hatte, sicher gehen, dass sie keine Kinder haben würde, die seine Herrschaft gefährden könnten.
Eines Tages wurde Rhea jedoch bei einem Spaziergang von Mars in Gestalt eines riesigen Wolfes in eine Grotte getrieben und zur Frau genommen. Rhea gebar Zwillinge. Nach ihrer Geburt wurden die Kinder jedoch, auf Befehl des Amulius, in einer Zinkwanne im Fluss Tiber ausgesetzt und Rhea ins Gefängnis geworfen. Der Tiber führte jedoch gerade Hochwasser, und als das Wasser zurückging blieb die Wanne im Schlamm stecken. Eine vom Schreien der Kinder angelockte Wölfin brachte, auf Befehl des Mars, sie in ihre Höhle und säugte sie. Eines Tages wurde diese von König Amulius Hirten entdeckt. Faustulus, der Schweinehirte des Hofes und seine Frau nahmen daraufhin die Kinder auf und zogen sie groß, ohne ihre Identität zu kennen.
» siehe auch Cerberus
Hirtenhunde
Die Römer haben sicherlich nicht gezielt Hirtenhunde gezüchtet. Vielmehr griffen die Römer auf lokal schon vorhandene Rassen zurück. Der Hirtenhund war auch im Römischen Reich ein Arbeitshund, den der "Römische Bürger" nicht benötigte, sondern vom Hirten der jeweiligen Region eingesetzt wurde. So setzte z.B. der in der römischen Provinz des heutigen Anatoliens lebende Hirte die gleiche Rasse ein wie vor der Eroberung durch die Römer. So hatte jede Region auch weiterhin ihre typischen Hirtenhunde. Lediglich besonders große und scharfe Exemplare von Hirtenhunden dürften für die Zucht von Kamphunden beschlagnahmt und abtransportiert worden sein.
Jagdhunde
Jagdhunddetail
Die auf dem Land lebenden wohlhabenden Bürger schätzten die Jagd mit der Hundemeute besonders. Ein weitverbreiteter Typ waren brackenartigen Jagdhunde die sowohl aus dem ägyptischen Raum als auch aus dem gallischen Provinzen nach Rom gebracht wurden. Die berühmteste Bracke der Antike war wohl der Segusier der Gallier, benannt nach dem keltischen Volksstamm der Segusianer, die zwischen Loire und Rhone ansässig waren. Diese Rasse gilt als Stammvater heutiger Bracken.
Kriegs- und Kampfhunde
Die Römer sammelten überall in Europa die aggressivsten Hunde zusammen, denn in der Antike waren Tierkämpfe Freizeitvergnügen und Demonstration der Macht. Die unterschiedlichsten Tierarten wurden zur Volksbelustigung aufeinander gehetzt. Dafür mussten die Hunde mutig, angriffslustig und stark sein. Ein Hundetypus tat sich dabei besonders hervor: der muskulöse Molosser. Seinen Namen erhielt er von Molossis...
Ursprünglich waren Molosser Hirtenhunde der verschiedensten Schlagrichtungen und Kreuzungen. Lange Zeit galten sie als die stärksten Kämpfer des Imperiums. Als Cäsar im Jahre 55 vor Christus mit seinen Truppen nach England kam, begegneten ihnen hier noch kräftigere Hunde: die Vorfahren der » Mastiffs.
Gesellschaftshunde
Ab dem 2. Jahrhundert vor Christus treten in Rom und ganz Italien verstärkt Kleinhunde auf. Viele dieser römerzeitlichen Kleinhunde, die man vor allem in den ehemals Rhein-Donau-Provinzen der Römer fand, zeichnen sich durch unterschiedlich stark ausgeprägte Verkürzungen der Gliedmassen aus. Die grösse (kürze) dieser Hunde war daher keinesfalls einheitlich. Da verkürzte Gliedmassen auch in normalwüchsigen Hundepopulationen auftauchen, ist eine gezielte Zucht dieser Merkmale für diesen Zeitraum nicht belegt. (siehe auch... » Der keltische Gesellschaftshund von Rheinau)

