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Urhund - eine Legende?

Diskussionen über den Urhund gibt es so zahlreich wie es Kynologen gibt. Hier sehen Sie einen Auszug der gangigsten Theorien.
Der Haushund gehört zur Ordnung Raubtiere (Carnivora) und gehört innerhalb der Familie der Hundeartigen (Canidae) zu der Gattung Canis. Der Haushund stammt einzig vom » Wolf (Canis lupus) ab.

Graf von Buffon (1707-1788)

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Buffon schließt in seinem 1755 erschienenem Werk "Histoire naturelle" den Wolf als Stammvater des Hundes ausdrücklich aus. Gleiches gilt für Schakal, Koyote und andere, zu dem Zeitpunkt, bekannte Caniden. Er führt die Hunde auf einen, in seiner ursprünglichen Gestalt nicht mehr existierenden, Urhund zurück.

Johann Anton Güldenstädt (1745-1781)

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Güldenstädt veröffentlicht 1776 seine "Schakalae Historia" und erklärt den Schakal (Goldschakal) zum einzig möglichen Stammvater aller Haushunde.

Peter Simon Pallas (1741-1811)

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Im selben Jahr (die Arbeit Güldenstädts scheint ihm nicht bekannt gewesen zu sein) erklärt auch Pallas den Schakal zum Stammvater der Haushunde. Fuchs, Wolf, Hyäne und andere Stammeltern sollen mit dem gezähmten Schakal vermischt worden sein und schließlich so die modernen Hunderassen hervorgebracht haben.

Th. Studer

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1901 beschrieb Studer den Canis ferus, einen Wildhund, der parallel zu Wolf, Schakal und anderen Wildhundearten in Eurasien gelebt haben soll, als Stammvater. Dieser Urhund konnte nie nachgewiesen werden. Alle vermeintlichen Funde erwiesen sich nach genauer Untersuchung immer als reste von Wölfen, Schakalen oder anderen Caniden.

Ch. Darwin (1809-1882)

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In seinem 1868 erschienenem Buch "Das Variieren der Tiere und Pflanzen im Zustand der Domestikation" kommt Darwin zu dem Schluß, der Haushund stamme von zwei guten Arten des Wolfes ab, dem Canis lupus und dem Canis lastras. Darüber hinaus sollen noch südamerikanische Caniden und der Schakal ihren Beitrag zu bestimmten Hunderassen gegeben haben. Allerdings merkte er in seinem oben genannten Werk schon an:

"Wenn wir die Größe der Strukturunterschiede der verwandten gezüchteten Rassen zu schätzen versuchen, so geraten wir bald in Zweifel, weil wir nicht wissen, ob sie von einer oder von mehreren Stammarten abstammen. Es wäre interessant, wenn sich dieser dunkle Punkt aufklären und sich z.B. nachweisen ließe, daß das Windspiel, der Schweißhund, der Pinscher, der Jagdhund und der Bullenbeißer, die alle ihre Form streng fortpflanzen, nachkommen von einer einzigen Art sind."